Erneuerbare Energien in Österreich bis 2030

Seit 6. Juli 2021 ist es offiziell: Das Ausbau-Gesetz für erneuerbare Energien ist im österreichischen Nationalrat beschlossen worden. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was dies in den nächsten Jahren für Unternehmen und Gemeinden bedeuten wird. Wir haben eine große Info-Sammlung zum Erneuerbaren-Energie-Gesetz in Österreich zusammengestellt und natürlich gibt es auch zahlreiche weitere Informationen zu dem Thema auf dem Kommunalwirtschaftsforum 2021 in St. Veit an der Glan.

Was besagt das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz für Österreich genau?

Das Gesetz besagt, dass Österreichs Stromversorgung bis zum Jahr 2030 komplett auf erneuerbare Energiequellen umgestellt sein soll. Eine komplett klimaneutrale Energiewirtschaft soll dann bis 2040 in Österreich umgesetzt sein.

In Zahlen bedeutet dies eine Steigerung der Ökostrom-Erzeugung um 27 TWh bis 2030. Demnach soll sich die aktuelle Ökostrom-Leistung von 55,6 Terawattstunden pro Jahr um jährliche 50 Prozent erhöhen.

Laut Statistik Austria haben die österreichischen Haushalte im Jahr 2019 281 PJ an Energie verbraucht. Dies sind grob 78 TWh pro Jahr. Das Bundesministerium für Energie beziffert den Energieverbrauch der privaten Haushalte auf 273 PJ. Das wären 75,8 TWh. 

Der Stromverbrauch von ganz Österreich wird für das Jahr 2019 mit 71,8 Terawattstunden angegeben. Etwas mehr als diese Strommenge, nämlich rund 82 TWh soll bis 2030 ausschließlich von erneuerbaren Energieträgern kommen. Das bedeutet einen Ausbau von 27 TWh in den nächsten 9 Jahren. Der Ausbau soll im Detail folgendermaßen aussehen bzw. die folgenden Bereiche umfassen:

  • 11 TWh von Photovoltaikanlagen
  • 10 TWh aus Windkraft
  • 5 zusätzliche TWh von der Wasserkraft
  • 1 TWh durch Biomasse

Was gab es vor dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz 2021?

Es gab auch schon in den letzten 20 Jahren zahlreiche Förderungen für die erneuerbare Stromerzeugung. Das Ökostromgesetz regelte in dieser Zeit die Förderlandschaft.

Wie unterschiedet sich das EAG vom Ökostromgesetz zuvor?

Im neuen Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz wird nicht nur die direkte Förderung der erneuerbaren Stromerzeugung adressiert. Es geht ebenso um die Organisation von Energie-Gemeinschaften und Regeln für Herkunftszertifikate. Zudem finden Pläne zum Ausbau der Netzinfrastruktur Beachtung (ÖNIP).

Welche finanziellen Unterstützungen werden durch das EAG ausgezahlt?

Unterstützungen für erneuerbare Energien in Österreich können ab 2021 zwei Formen annehmen. Auf der einen Seite werden Marktprämien für Betriebe ausgezahlt und darüber hinaus gibt es Möglichkeiten Investitionszuschüsse zu erhalten.

Wie funktionieren die Marktprämien im EAG?

Wenn eine neue Anlage für die Erzeugung von erneuerbarer Energie (Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik, Biomasse oder Biogas) in Betrieb genommen wird, dann werden 20 Jahre lang Prämien auf den erzeugten Strom ausgezahlt. Die Stromerzeugung wird also rentabler.

Wie funktionieren die Investitionszuschüsse im EAG?

Eine ganze Reihe von verschiedenen Projekten können einen Zuschuss erhalten:

  • Photovoltaikanlagen
  • Stromspeicher
  • Windkraftanlagen bis 1 Megawatt
  • Biogasanlagen
  • Umwandlungsanlagen (zB Strom zu Wasserstoff)
Photovoltaikanlage und Arbeiter

Vortragende zum Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz auf dem Kommunalwirtschaftsforum 2021

Das Kommunalwirtschaftsforum wird ganz im Zeichen des EAG statt finden und demnach kann das Event eine ganze Reihe von Experten zu dem Thema präsentieren. Die folgenden Persönlichkeiten werden sich zum neuen Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz 2021 äußern: